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Ich bin Jochen, Psychologe und Gründer vom Wohlfühlpiloten, der Methode, die Abnehmen durch Achtsamkeit “erfunden” hat. Heute beantworte ich die Frage, was ich mit diesem hübschen Hund ausser meiner Corona-Matte noch so gemeinsam habe. 🙂

Um zu erklären, warum ich auf solche Gedanken komme, möchte ich dir mehr von meiner Beziehung zum Essen erzählen. Der Bezug zum Essen wurde bei mir und wohl auch bei ganz vielen anderen Menschen durch unser Elternhaus geprägt. Wir schauen uns diesen Bezug sozusagen von unseren Vorbildern ab. Das ist ganz normal, weil wir als Kinder normalerweise unsere Eltern lieben und schätzen, und auch so sein wollen wie sie. Wir kopieren sie deshalb, wir sind ein einziger großer und schneller Kopierer.

Essen war bei uns in 2 Kategorien eingeteilt: Erstens das normale alltägliche Essen, das gesund war und sehr kalorienbewusst. Es gab auch nie Süßigkeiten, und an der Kasse hieß es immer “Nein”, wenn wir mal auf die Idee kamen, wir würden da gerne ein Zuckerl haben. Zweitens gab es das feierliche Essen, meistens an einem Sonntag. Wir feierten in aller Regel uns selbst, damit meine ich meine Eltern und Großeltern ließen es sich so richtig gut gehen am Sonntag, meistens gingen wir so richtig fein zum Essen. Es war die Belohnung für die harte Arbeit unter der Woche, oder die Belohnung für eine bestandene Prüfung, die Belohnung für ein erfolgreiches Geschäftsjahr. Was auch immer. Da wurde dann auch immer mehr gegessen, als notwendig. Aber das machte ja nichts, weil wir es unter der Woche wieder ausgeglichen haben. Jedenfalls war es etwas Feierliches, und lange Zeit habe ich genau dieses Verhalten kopiert. Was meine ich damit?

Ich habe mich schon lange gefragt, wie es sein kann, dass ich eher Schwierigkeiten habe mein Gewicht zu halten, wenn ich viel und lang arbeite. Denn es ist nicht so, dass ich deshalb besonders ungesund essen würde, oder sich meine Essenzeiten so verschieben würden, dass es zum Heißhunger führen müsste.

Der wahre Grund, den ich herausgefunden habe, ist tatsächlich dieser Kopierapparat, der in mir automatisch gestartet ist: Ich arbeite hart Tag für Tag, und bin auch ordentlich im Stress, und habe Erfolge, und jetzt ist der Zeitpunkt da, dass ich mich dafür belohne. Das darf ich mir zur Feier des Tages gönnen. Einfach gut essen gehen.

So habe ich mich in besonders geschäftigen und erfolgreichen Zeiten übermäßig oft mit Essen “belohnt”, und definitiv weit über meinen Hunger gegessen, was sich dann auch immer nach 1-2 Jahren für mich sichtbar ausgewirkt hat. Das zu unterbrechen ist gar nicht so leicht, weil wir auf unsere alten Verhaltensweisen regelrecht trainiert sind. Ich kann von mir sogar behaupten, dass ich mich schon während des Tages oder der Woche auf das feierliche Essen in einem Spitzenrestaurant gefreut habe, aber nicht nur gedanklich, sondern mit all meinen Sinnen! Bei dem Gedanken an all die guten Speisen, und was ich mir da gönnen werde, habe ich bemerkt, dass ich wirklich “heiss” drauf werde, und mir der Speichel im Mund mehr wird. Echt! Und da kommt Pawlow ins Spiel. Wer ist Pawlow? Pawlow hat gezeigt, dass er den Speichelfluss seines Hundes mit einer Glocke trainieren kann. Wie hat er das gemacht? Antrainieren Phase 1: Jedesmal, wenn sein Hund Fressen bekommen hat, hat Pawlow gleichzeitig eine Glocke geläutet, sodass sein Hund irgendwann gelernt hat, Glocke bedeutet Happi, und der Speichelfluss folgt. Abfragen Phase 2: Was Pawlow dann ausprobiert hat, war, dass er nun nur die Glocke geläutet hat. Und siehe da: der Speichelfluss war da, auch wenn es kein Fressen gab.

Dieser Autopilot, für Fachsimpler wie Psychologen Konditionierung genannt, war auch bei mir ausschlaggebend. Harte Arbeit, Stress, etwas Schaffen, Erfolg, das hat in mir sofort das Bedürfnis nach einem guten Restaurant ausgelöst, und zwar auch mit denselben biochemischen Nebenwirkungen (Speichelfluss) wie bei Pawlows Hund. Thats it! Kein Wunder also, wenn ich in speziellen arbeitsintensiven Zeiten langsam aber sicher zugenommen hatte. Ich musste mich ja (automatisch) belohnen und mir was “Gutes” gönnen!

Es geht darum, den eigenen Pawlowschen Hund zu erkennen, und dann den Automatismus abzuschalten. Das geht ab besten mit speziellen Methoden der Achtsamkeit und einer gesunden Portion Selbstreflexion.

Um meinen Pawlowschen Hund zu verändern, habe ich also meinen Autopiloten erkannt, und abgeschaltet. Als erstes brauchst du dazu ein “Gedankenstopp”, eine Pause. Dazu eignet sich gerade die Achtsamkeit hervorragend. Als zweites habe ich mir genau überlegt, ob ich mich belohnen muss, und wenn dann mit was? Hier gibt es soviel Alternativen zum guten Restaurant, die viel cooler sind! Und ich habe sie auch gefunden. Gerne kannst du mich dazu auch persönlich fragen und mir eine Mail schreiben.

  • Was ist dein Pawlowscher Hund?
  • Woran merkst du, dass dein Pawlowscher Hund im Einsatz ist? Wie spürst du das?
  • Male deine Reiz – Reaktions Kette auf, die dich lechzen lässt.
  • Überlege dir andere mögliche Reaktionen anstatt zu essen.
  • Probiere und trainiere deine neuen Reaktionsketten, um die von deinem alten Pawlowschen Hund zu befreien!